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PHILOSOPHIE


Weshalb werden Sachverständige benötigt ?


In unserem hochtechnisierten und arbeitsteiligen Alltag kommt der beruflich eng spezialisierte Bürger kaum mehr ohne die Inanspruchnahme von sachverständigen Spezialisten aus. Regierungen und Parlamente des Bundes und der Länder lassen sich von Sachverständigen-Kommissionen beraten. Gerichte benötigen Sachverständige zur Aufklärung der tatsächlichen Sachverhalte, um diese anschließend juristisch richtig einordnen zu können.
Versicherungen setzen sie zur Schadensermittlung und -bewertung ein. Unternehmer brauchen sie, um berechtigte Ansprüche zu begründen und unberechtigte Ansprüche abzuwehren.
Der Verbraucher ist auf sie angewiesen, wenn er einen Bauschaden beweisen will, sein Hausgrundstück zu Beleihungszwecken bewerten lassen muss, seinen Kraftfahrzeugschaden beziffern soll oder irgendeine andere Schadensursache untersuchen oder Vermögensbewertung vornehmen lassen möchte.
Darüber hinaus werden Sachverständige gebraucht, wenn in Schiedsgerichts- oder Schiedsgutachtenverfahren abschließend und verbindlich Tatsachenentscheidungen getroffen werden müssen.


Aufgabengebiet der Sachverständigen


Sachverständige nehmen aufgrund ihrer Sachkunde und Erfahrung zu tatsächlichen Sachverhalten Stellung und erteilen fachlichen Rat, beantworten aber keine Rechtsfragen und subsumieren schon gar nicht tatsächliche Sachverhalte unter rechtliche Tatbestände.
Mithin haben Sachverständige die Aufgabe, unparteiisch, unabhängig und objektiv den vom jeweiligen Auftraggeber vorgegebenen Sachverhalt fachlich zu beurteilen oder zu bewerten, so dass das Gutachtenergebnis von jedermann, dem das Gutachten vorgelegt wird, akzeptiert werden kann. Der Sachverständige muss also glaubhaft und vertrauenswürdig sein, so dass seine gutachtliche Aussage verkehrsfähig wie eine Urkunde ist. Mit Hilfe seiner Gutachten können gerichtliche Streitigkeiten vermieden oder, falls es dazu kommen sollte, richtige und gerechte Entscheidungen getroffen werden.


Welche Arten von Sachverständigen gibt es ?


Die Suche nach dem richtigen Sachverständigen beginnt meist im Internet oder dem Branchenfernsprechbuch, in den sog. Gelben Seiten. Dort findet sich unter der Rubrik "Sachverständige" eine Vielzahl von Sachverständigen und eine Vielfalt von Bezeichnungen wie beispielsweise "anerkannt", "öffentlich bestellt", "vereidigt", "TÜV-Sachverständiger", "DEKRA-Sachverständiger" u. a.
Was bedeuten diese Zusätze, sind alle Sachverständigen für die gleichen Aufgaben qualifiziert?
Die Bezeichnung "Sachverständiger" ist grundsätzlich nicht gesetzlich geschützt, so dass sich jeder auf Sachgebieten, in denen es keiner gesetzlich geregelten Zulassung oder Anerkennung bedarf, am Gutachtenmarkt betätigen kann und diesen "Titel" selbst verleihen darf.
Der Gesetzgeber wie auch private Organisationen haben jedoch Verfahren und Formen von Sachverständigen entwickelt, die die notwendige Kompetenz für verschiedene Bereiche definiert. Das ist die öffentliche Bestellung und Vereidigung von Sachverständigen, die eine besondere Qualifikation und Fachkompetenz nachgewiesen haben .


Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige

Unabhängig und unparteiisch


Die Bezeichnung "Sachverständiger" ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Die Folge: Auch Gutachter, die nicht ausreichend qualifiziert sind, bezeichnen sich als "Sachverständige" und betätigen sich auf dem Markt. Abgesehen von der in solchen Fällen fehlenden Unabhängigkeit und Unparteilichkeit verfügen viele dieser Gutachter auch nicht über die notwendige fachliche Qualifikation.
Um wirkliche Experten von solchen Anbietern abzugrenzen, sieht die deutsche Gesetzgebung die öffentliche Bestellung vor. Sie bescheinigt einem Sachverständigen, dass er auf einem bestimmten Sachgebiet besonders qualifiziert ist.
Zudem sind öffentlich bestellte Sachverständige darauf vereidigt, unabhängig und unparteiisch zu handeln. Das bedeutet: Dritte, denen Gutachten üblicherweise vorgelegt werden, können sich auf die Ergebnisse verlassen. Ein solches neutrales Gutachten stärkt zugleich den Ruf und die Position des Auftraggebers: Er steht nicht im Verdacht, sich auf ein unvertretbares parteiisches Gutachten zu verlassen. Letztendlich werten auch Richter in einem möglicherweise sich ergebenden Rechtstreit ein vorher erstelltes Privatgutachten eines öffentlich bestellten Sachverständigen, das dann als Parteiengutachten in den Prozess eingeführt wird, wesentlich anders, als das eines sogenannten "Wald- und Wiesen"-Gutachters.
Öffentlich bestellte Sachverständige werden als Gerichtsgutachter bevorzugt beauftragt, weil sie unabhängig und unparteiisch sind - so verlangen es die Prozessordnungen deutscher Gerichte.


Qualifikation

Ständig auf dem Prüfstand


Öffentlich bestellt werden nur Fachleute mit herausragender Qualifikation. Um das Gütesiegel der öffentlichen Bestellung zu erhalten, müssen sie sich einem aufwändigen Prüfverfahren unterziehen. Auch danach steht ihre Arbeit unter ständiger Aufsicht der vom Staat beauftragten Bestellungskörperschaft (für Bewertungssachverständige des Gastgewerbes sind dies die Industrie- und Handelskammern).
Das bedeutet auch, dass bereits öffentlich bestellte Sachverständige diesen Status wieder verlieren können, wenn ihre Qualifikation nicht mehr den aktuellen Anforderungen genügt. Darüber hinaus werden öffentlich bestellte Sachverständige auch geprüft, ob sie vertrauenswürdig und persönlich integer sind. Nur dann dürfen sie das Qualitätssiegel führen.


Aufgaben und Aufträge

Gutachter, Berater und Schlichter


Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige fertigen nicht nur Gutachten, die Tatsachen feststellen oder Ursachen ermitteln. Sie beraten, analysieren und bewerten auch.
Und sie sind als Schiedsgutachter tätig. Das heißt: Zwei Vertragspartner können festlegen, dass sie das fachliche Urteil eines Sachverständigen als verbindlich anerkennen. Damit sorgen beide Seiten schnell für Rechtssicherheit - etwa bei der Frage ob die Qualität einer Lieferung oder Dienstleistung der vertraglichen Absprache entspricht, der Wert einer Einrichtung gerechtfertigt ist oder ob die technischen Anlagen den Anforderungen genügt und funktionsfähig installiert ist.


Gesetzgebung

Vertrauen und Sicherheit


Wer öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige beauftragt, erhält Sicherheit für unternehmerische, gerichtliche und private Entscheidungen. Diese Tatsache hat den deutschen Gesetzgeber bewogen, die öffentliche Bestellung einzuführen. Da der Staat die besondere Qualifikation dieser Sachverständigen und die besondere Qualität ihrer Dienstleistungen anerkennt, erleichtert Unternehmen, Gerichten und Verbrauchern die Auswahl von Sachverständigen und garantiert, dass das Gutachten hohen Anforderungen gerecht wird.


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